Hochsensibel – schon was davon gehört?

Ich weine wenn ich traurig bin. Ich lache wenn ich fröhlich bin. Ich schreie wenn ich wütend bin. Genauso machst Du das sicherlich auch. Mein Leben lang liebe ich Filme in die ich mich hineinversetzen kann. Und da ich ja dann mitten im Geschehen bin, weine ich auch wenn es traurig ist und lache aus vollem Herzen wenn es eine komische Situation gibt. Machst Du das auch? Und wenn ich Bücher lese, dann kommt es sehr oft vor das ich Tränen lache oder auch vor mich hin weine. Und Du?

Wahrnehmung von Emotionen

Ich habe immer sehr gern und sehr viel gelacht. Ganze Klassenstunden waren ausser Gefecht gesetzt, weil ich nicht aufhören konnte zu lachen. Wie oft hatte ich Muskelkater vom lachen. Oft lag ich auf dem Boden und habe mich dort lachend hin und her gewälzt, während ich mir den Bauch hielt. Eine sehr schöne Erinnerung :-).

Ich wurde oft Sonnenschein genannt, sogar in meiner Ausbildungszeit in der Bank wurde ich sofort angesprochen ob es mir nicht gut ginge, wenn ich nicht gestrahlt habe. Auf der anderen Seite habe ich hemmungslos geweint, wenn ich einen Anlass dafür hatte. Nie habe ich meine Emotionen "runtergeschluckt", dazu waren sie viel zu intensiv.

Benehmen ist in unserer Familie schon immer sehr wichtig, Freundlichkeit war selbstverständlich, denn mein Vater ist selbständig und unsere Kunden natürlich wichtig. Wir wohnten in einer kleinen Stadt, jeder kannte meinen Vater. Und sowie ich meinen Nachnamen aussprach, steckte ich in der Schublade. Ich war immer sehr stolz auf meinen Vater und habe das nie als Nachteil empfunden.

Leider haben es mir aber viele Mitmenschen zum Nachteil ausgelegt, denn ich war immer schüchtern. Und dann kam Schüchternheit plus bekannter Vater = hochnäsig. Und das machte mich noch unsicherer. Viele gaben sich nicht die Mühe mich überhaupt näher kennenzulernen, bevor sie mich "abstempelten". Und das verletzte mich oft.


Fremdeinschätzung

Diese fremde Wahrnehmung wurde mir leider viel zu wichtig. Ich war abhängig von der Meinung anderer Menschen. Nichts was ich tat war gut genug, bis mir jemand sagte das es gut sei. Mach Dir nicht soviel Gedanken. Sei doch nicht so schüchtern. Man bist Du schreckhaft. Ist doch garnicht schlimm. Das kann doch garnicht weh tun. Du musst nicht alles allein machen. Es ist doch garnicht laut. Ich rieche nichts. Du bist nicht für alles verantwortlich. Mach doch einfach. Du kannst die Welt nicht retten......

All diese Sätze habe ich schon so oft gehört. Und doch ist MEINE Empfindung anders. Es ist MEINE intensive Wahrnehmung mit all meinen Sinnen. Und wenn jemand etwas anders wahrnimmt - ja, dann ist das auch in Ordnung. Aber meine Wahrnehmung ist für mich meine Wahrheit, die ich nicht ständig in Frage gestellt bekommen möchte. Ich akzeptiere Dich und Du akzeptierst mich.

Eigentlich ganz einfach, oder? Leider meinen die Menschen stets Statistiken erheben zu müssen, um alles in eine Norm zu bringen und alles was davon abweicht, ist nicht normal - nicht in Ordnung. Und dann muss IHRE Ordnung wiederhergestellt werden. Nein, mit mir nicht mehr!

Was ist denn nun Hochsensibilität?

Dazu habe ich einige Menschen interviewt, interessante sehr kurze Gespräche:


Ich erzähle Dir einfach mal was die meisten, die sich damit beschäftigen, unter Hochsensibilität verstehen: 

Wieder eine Schublade?

Nein, Hochsensibilität ist eine Eigenschaft - ein Wesensmerkmal. Es ist keine Krankheit und es ist auch nicht unnormal. So wie manche Menschen besonders respektvoll, sehr flexibel, zuverlässig, intolerant, vielseitig, technikaffin, kreativ, chaotisch..... sind, so sind manche Menschen hochsensibel.Das eine schliesst das andere nicht aus.

Der Begriff "High sensitive person - HSP" wurde von der Amerikanerin Elaine Aron geprägt, also ein englischer Begriff. Präzise übersetzt, heisst es eigentlich "hoch sensitive Person". Mittlerweile gibt es hier Unterscheidungen. Hochsensibel sei die intensive Reizwahrnehmung mit allen oder einigen unserer 5 Sinne. Hochsensitiv sei dann die Wahrnehmung mit dem 6. oder 7. Sinn. Also hellfühlen, hellhören, hellsehen, hellschmecken. Viele Menschen sind sich auch dieser Sinne sehr bewusst, letztendlich kann dies auch jeder, nur das wir es verlernt haben.

Die Sinne in der heutigen Gesellschaft sind alle völlig überreizt und abgestumpft. Uns fehlt die Ruhe und der Fokus auf das wesentliche. Für einige mag das wesentliche ein Ferrari, ein Urlaub, ein Haus oder ein ipad,.... sein. Für andere ist es die Fähigkeit gesund und glücklich das Leben zu geniessen und das in Eigenverantwortung.

Die Komfortzone hochsensibler Menschen sieht anders aus, als bei anderen Menschen, wobei jeder Mensch seine ganz persönliche Komfortzone hat, aus die er sich ohne Druck oder Motivation nicht unbedingt herausbewegt. Das WARUM ist auch hier ein Kernthema. Bei Hochsensiblen werden sie von aussen aus ihrer Komfortzone gezogen, wenn sie sich nicht zu schützen wissen.


Bürde oder Gabe

Das Talent besonders gut malen zu können bezeichnen die meisten als Gabe. Das Talent sich Dinge leicht merken zu können, ebenfalls. Wenn jemand besonders gut und schnell versteht und sehr intelligent ist, dann wird es schon kritischer.

Hochbegabung wird häufig als Bürde und nicht als Gabe bezeichnet. Dabei ist es wundervoll das Wissen, für das man sich besonders interessiert, in Windeseile aufsaugen und anwenden zu können. Doch da ist ja noch unser ....Schulsystem.....Tests und Lernstoff der auf einem Lehrplan steht. Hochsensibilität ist solange eine Bürde, wie Du sie selbst nicht akzeptieren kannst.

Solange Du Dich von anderen Meinungen abhängig machst, für Dich oder Dein Kind, kann Hochsensibilität sehr anstrengend sein. Egal auf welche Weise sich die Hochsensibilität bei Dir zeigt, es hat seinen Sinn, das Du genau in diesem Thema intensiver reagierst und agierst.

Nimm es an und schau was Du damit alles bewirken und wahrnehmen kannst und es wird eine Gabe sein. Um im Alltag nicht überfordert zu werden, ist es wichtig Dich oder Dein Kind zu schützen. Mach Dir einfach ganz bewusst, wo genau Du intensiver reagierst:

  • Führe Tagebuch, wenn Dir Deine hochsensiblen Eigenschaften noch nicht alle bewusst sind.
  • Nimm wahr: Wann werde ich wütend? Wann bin ich traurig? Wann bin ich gestresst? Wann bin ich ungerecht? Wann bin ich depressiv? Wann fühle ich mich geschmeichelt? Wann fühle ich mich ernst genommen? Wann vergleiche ich mich? Wann nehme ich Schmerzen wahr? Wann fühle ich mich ganz besonders wohl?
  • Frage Dich: Was kann ich tun damit ich mich in dieser xy-Situation wohl fühle. Zum Beispiel, lege Dir Antworten parat. Ziehe Dich höflich zurück. Oder stelle einfach nur fest das Du xy genauso wahrnimmst.
  • Nimm Dir Zeit zur Reflexion.
  • Mach Dir Dein Leben so komfortabel, das Du Dich darin so wohl wie möglich fühlst :-)!

Sicherlich werden Dich einige intensiven Wahrnehmungen auch mal "nerven", aber im Grunde sind Deine Antennen ganz fein ausgerichtet und zeigen Dir unter anderem auch auf körperlicher Ebene, das Elektrosmog, Problemorientierte Menschen, Streit und Disharmonie im Zusammensein mit Freunden oder der Familie durch Deine Empathie, zum Beispiel durch häufige Infekte, Allergien, Krämpfe, Hautthemen oder auch Herzrasen..... All das kenne auch ich zu genüge. Dennoch sehe ich auch in allem das positive und erfreue mich daran.

Schutz der Komfortzone

Um sich richtig wohl zu fühlen, braucht wohl jeder unterschiedliche Begebenheiten, das ist bei den Hochsensiblen nicht anders. In unserer Gesellschaft ist es jedoch an der Tagesordnung, überaus ignorant mit den Wünschen oder Bedürfnissen der Mitmenschen umzugehen. Rücksicht ist entweder nicht möglich oder absichtlich nicht gegeben.

Das heisst also, das ich als hochsensibler Mensch diese Menschen, Orte oder Begebenheiten zukünftig grundsätzlich meide um mich nicht überfordert zu fühlen und somit auch selbst teilweise ausgrenze, oder ich finde eine Möglichkeit durch andere Massnahmen mit diesen Situationen anders umzugehen.

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Für viele Kinder ist die Schule unausweichlich und richtet nicht nur bei hochsensiblen Kindern Schäden an, die sich auf das ganze Leben auswirken. Glücklicherweise, gibt es heutzutage echte Alternativen zum allgemeinen Schulsystem. Dazu gibt es etliche Meinungen, und einige meinen tatsächlich, es gäbe nur eine einzige Lösung.

Wer in den Fußspuren eines anderen wandelt, hinterlässt keine eigenen Spuren!  (Wilhelm Busch)

Es gibt etliche Möglichkeiten Dich zu entfalten, mit vielen Facetten. Finde heraus ob Barfuss laufen, eine Meditation, eine Runde Fussball, regelmässige Auszeiten am Tag, eine Wanderung durch den Wald, ein Sessel am Rande der Feier, ein Fussbad, lesen / vorlesen, regelmässige Massagen, Yoga, QiGong, Klopftechniken, Düfte, malen, singen, tanzen, gärtnern, in Urlaub fahren, 2 Tage durchschlafen, eine ordentliche Party, einen Berg besteigen,..... Dich näher zu Dir selbst bringt.

Finde heraus wie Du Dich wieder selbst intensiv fühlst und Du ganz bewusst wahrnimmst was Dir gut tut. Du schützt Dich am allerbesten indem Du Deine Bedürfnisse kennst. Wenn Du unsicher bist ob Du hochsensible Eigenschaften hast, dann findest Du hier den Test dazu. So ein Test kann Dich eventuell unterstützen um Dich besser einzuschätzen, grundsätzlich jedoch bist Du einzigartig und das ist auch gut so!

Du fühlst dich allein und unverstanden? Komm in meine Community für hochsensible Gesundheit:

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Von Herzen das allerbeste für Dich,

 Nicole      

P.S.: Wie hast Du entdeckt das Du hochsensibel bist? Und welche Schlüsselerlebnisse hattest Du mit Deiner Hochsensibilität? Ich freue mich über Deine Antwort im Kommentar hier unter dem Artikel.  

3 Kommentare
  1. Monika Khalil says:

    Liebe Nicole
    Vielen Dank für den schönen Artikel und das sehr sympathische Video! Das wichtigste ist wohl, dass man sich selbst so annehmen kann, wie man ist…
    Von Herzen alles Gute, Monika

    Antworten

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  1. […] Reize (hören, sehen, fühlen, riechen, schmecken, Empathie) intensiver wahrzunehmen (siehe Hochsensibilität). Und unser Gehirn hat die Eigenschaft nur intensive Gefühle auslösende Reize, mit den […]

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